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Sommernächte im Podewils'schen Palais

Podewils’sches Palais
Sommernächte im Hofgarten

Mozart schlägt Man Ray beim Boule

Der letzte Winter hat uns gelehrt, den Sommer angemessen zu feiern! Nach einer (leider unvermeidlichen) Pause im letzten Jahr lebt die schöne Tradition der beliebten Sommerprogramme im Hofgarten des Podewils’schen Palais wieder auf. Zu entdecken ist eine kleine, feine Sommer-Kultur-Oase – nur ein paar Schritte von Alex und Fernsehturm  entfernt.   

Das Programm 2006 startet am 20. Juli mit einer Mozartreihe an sechs aufeinander folgenden Donnerstagen. Jeweils ein Wochenende im Juli und August steht ganz im Zeichen der ‚Boules’ bzw. des Stummfilms.

Mozartmusik begegnet uns dieses Jahr überall – vor allem die allseits bekannten „Renner“ hört man bis zum Überdruss, obwohl sie nur einen winzigen Teil des riesigen Mozart-Oeuvres ausmachen. Zauberflöten. Plaudereien im Mozartjahr fördert rare Mozart-Perlen zutage und führt hinter die Kulissen. In kleiner Besetzung mit Klavier und wundervollen Stimmen präsentiert der beliebte Radiomoderator Clemens Goldberg Bekanntes und Unbekanntes, verknüpft mit hintergründigen Geschichten.

Die Abende sind nach den Grundzügen des Mozartschen Charakters und Konstanten seines Werkes gegliedert: Maskerade  – Mozarts Opern sind voller bezaubernder Vexierspiele, in denen einzelne Momente tiefgründiger Wahrheit aufblitzen. Verführung und Hingabe – Naturstimmung trifft auf Liebeswerben, oft ist ein Hauch verzweifelter Sucht nach Anerkennung im Spiel, armer Don Giovanni… Transcriptiones brillantes ­–  ein Abend der Raritäten mit bekannten Mozart-Werken aus der Sicht anderer Komponisten. Abendstimmung und Natur – wen berühren nicht die vielen süßen Lüfte in den Opern? Doch gerade hier gibt es die Naturlieder Mozarts zu entdecken! Wege zu Mozart beginnen im Spätbarock, so erklingen stilgerecht im barocken Palais Cembalo und Barock-Cello. Und schließlich das Metaphysische – erst allmählich beginnen wir, die Bedeutung der Freimaurerei in Mozarts Werken zu erkennen. 

TESLA Berlin nimmt den Sommer sportlich. Nach den Überinszenierungen der Fußball-WM lädt das Medienkunstlabor zum großen TESLA Boule Cup in den schattigen Innenhof. Das Petanque wird hier weniger als ambitionierter Liga-Sport betrieben, denn als gediegene Ausprägung eines 'dolce far niente'. Nach spannendem Play-off-Finale lockt als Hauptpreis für das Siegerteam eine opulente kulinarische Feierlichkeit beim legendären Mädchen-Italiener in der Alten Schönhauser Allee. Abends geht es vom konzentrierten Spiel über zu Bier und Barbecue.

Der zweite Abend des großen TESLA Boule Cup steigert sich ab 21 Uhr zum ds-x.org bolderbash automatic clubbing - new adventures in sounds and visuals. Nach zwei Nachmittagen auf sportlichem Hochniveau frickeln ds-x.org.org live Industrial und Minimal, und humatic wirft echtzeit-generierte Projektionen direkt auf die sommerheißen Hoffassaden des Podewils’schen Palais.

Wahre Cineasten kommen am zweiten Augustwochenende auf ihre Kosten, wenn es heißt Experimenteller Stummfilm als Partitur? Der renommierte Stummfilmpianist Jürgen Kurz und Claudius von Wrochem, Cellist des Kairos Quartetts, das sich auf Neue Musik spezialisiert hat, setzen sich an drei Abenden mit Kurzfilmen von Man Ray und Marcel Duchamp auseinander. Freitag und Sonntag arbeiten sie jeweils solo, am Sonnabend gemeinsam, wobei sie ihre Inspiration unmittelbar aus den Filmen ziehen. Verwendet werden neben Flügel und Cello auch eine Jap-Fiddle und viel Spielzeug.

PROGRAMMÜBERBLICK

Zauberflöten - Plaudereien im Mozartjahr

mit Clemens Goldberg (Moderation) und Scott Curry (Klavier)
donnerstags, jeweils 20 Uhr

20.7. Maskerade
mit Sara Hershkowitz (Sopran) und Peter Wünnenberg (Violine)

27.7. Verführung und Hingabe
mit Jutta Böhnert (Sopran) und Hagen Matzeit (Bariton)

3.8. Transcriptiones brillantes
mit Clemens Goldberg (Cello) und Scott Curry (Klavier)

10.8. Abendstimmung und Natur
mit Merlyn Quaife (Sopran) und Susanne Kirchesch (Sopran)

17.8. Wege zu Mozart
mit Clemens Goldberg (Barock-Cello) und Gösta Funck (Cembalo)

7.9. Metaphysisches
mit Hans Lydman (Bariton) und der Berliner Hymnentafel

Eintritt: 12/8 € (Bei Regen finden die Konzerte im Haus statt)

Der große TESLA Boule Cup

22./23.7., jeweils 15 bis 21 Uhr, anschließend:

22.7. Dolce far niente mit Bier und Barbecue

23.7. ds-x.org bolderbash automatic clubbing mit ds-x.org (Thomas Dumke, Matthias Härtig – Dresden, Audio)  und humatic (Christian Graupner – Berlin, Video)

www.ds-x.org.de, www.humatic.de

Eintritt frei (Startgebühr 10 € für 2 Personen)

Experimenteller Stummfilm als Partitur?

Improvisationen mit Kurzfilmen von Man Ray und Marcel Duchamp (1923 bis 1928)

11.8. Jürgen Kurz (Inside-Piano, elektronisch verstärkt)

12.8. Jürgen Kurz und Claudius von Wrochem

13.8. Claudius von Wrochem (elektronisch verstärktes Cello)

jeweils 21 Uhr

Eintritt: 10/5 €

Fotos vom Hofgarten zum Download: http://www.mdberlin.de/md_generell/presse/texte_kurz.asp

 

Podewils’sches Palais, Klosterstr. 68, 10179 Berlin-Mitte
Karten: Tel. 247 49 777

Vorverkauf: Mo-Fr 14.00-19.00, ab 10. Juli Mo-So 12.00-19.00 Uhr
Abendkasse 1 Stunde vor Beginn geöffnet

www.mdberlin.de, www.tesla-berlin.de

Eine Veranstaltung von BKV, MD Berlin und TESLA Berlin e.V.
Präsentiert von rbb Kulturradio.

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Milovan Markovic: Homeless

Milovan Destil Markovic
in der Galerie Kai Hilgemann

Zimmerstrasse 90/91, 2.Hof, 10117 Berlin, ++49 30 2045 3396, info@kaihilgemann.com
Eröffnung: Fr. 28.04.2006, 18-22Uhr.
Ausstellung: 28.04. – 30.06.2006. Di. – Sa., 12-18 Uhr

Großinstallation im öffentlichen Raum: Zimmerstr. 88/89, 10117 Berlin
bis 31. August 2006

MILOVAN DESTIL MARKOVIC

HOMELESS BERLIN 2006

Transfigurative Malerei im öffentlichen Raum und in der Galerie Kai  Hilgemann

Homeless Berlin besteht aus einer Serie transfigurativer Portraits obdachloser Männer in Berlin.  Neben einer Großinstallation im öffentlichen Raum werden acht einzelne Bilder (Pigment auf Leinen, 250x86 cm), Druck-Editionen, Videointerviews und Photos in der Galerie Kai Hilgemann präsentiert.

 "Mein Name ist Dieter Binder, ich lebe am Potsdamer Platz, Berlin."

Sie leben unsichtbar unter Brücken und in U-Bahnschächten, sie bauen ihre Hütten auf Brachflächen und Hinterhöfen – die Obdachlosen Berlins. Der Künstler Milovan Markovic hat sie aufgesucht, interviewt und gemalt. So entstand eine Serie eindrucksvoller Portraits, die nicht nur Auskunft geben über den Lebensweg, sondern auch über das sozio-kulturelle Umfeld der Männer. Beide Elemente einzufangen in einem intensiven Portrait, ist das Ziel seiner transfigurativen Arbeiten. Aus dem transkribierten Lebensbericht des obdachlosen Mannes wird eine Textpassage ausgewählt, die die Persönlichkeit des Menschen, die Umstände seines Scheiterns und den Einfluss der Kultur und Gesellschaft des Landes erfasst. Mit Pigmentfarben auf Leinen aufgetragen, werden die Texte zu transfigurativen Portraits unsichtbarer Menschen moderner Großstädte. Auf einem Banner im Herzen der Stadt präsentiert, erzählt das Portrait von einem anderen Leben und hinterfragt dabei die Funktionsweisen und Repräsentationsmechanismen unserer Gesellschaft.

Denn ob in den Ruinen Belgrads, auf den Hinterhöfen Berlins oder unter Tokios Brücken - so unterschiedlich, wie die persönlichen Lebensgeschichten der Portraitierten und die Bedingungen ihrer Gesellschaften sind, so sehr ähnelt sich ihre Präsenz innerhalb des sozialen Gefüges der Städte: Sie sind unsichtbar. Ökonomisch spielen sie keine relevante Rolle und sind daher gesellschaftlich nicht vertreten. Während die Erfolgreichen im Großformat tausendfach von den Häusern und Werbeflächen der Metropolen strahlen und dabei die Fahne der kapitalistischen Produktions- und Verwertungsgesellschaft tragen, finden die Gescheiterten dieser Gesellschaft keine Beachtung.

Markovic dreht diese Politik der Repräsentation um. Mit seinen transfigurativen Portraits erhebt er den seiner sozialen Stellung beraubten Mensch zur Ikone und stellt ihn den allgegenwärtigen Prototypen der Erfolgsgesellschaft gegenüber.

Die Transfigurative Malerei Milovan Markovics

Durch die Beschäftigung mit der ikonografischen Malerei der Religionen des Balkans entwickelte Markovic früh eine skeptische Haltung zum figurativen Portrait. Diese Skepsis übertrug sich ebenfalls auf die ikonografischen Portraits der sozialistischen und kommunistischen Führer des Ostblocks und, nach dessen Zusammenbruch, auf die Ikonen der kapitalistischen Werbung. Auf der Suche nach einer neuen Form der Portraitierung entstanden von 1994 an seine bisher bekanntesten Arbeiten, die Lipstick Portraits. In dieser Serie portraitierte Markovic 12 bekannte Frauen unterschiedlicher Herkunft und Profession und ließ ihre bekannten Gesichter hinter glänzenden, monochrom-roten Flächen aus Lippenstiftfarbe verschwinden. Während er das vertraute Gesicht sucht, regen die Bilder den Betrachter zur Reflexion über den Menschen und dessen medienvermitteltes "Image" an.

Die Portraits der Serie Homeless Berlin folgen einem anderen Ansatz. Dem satten Make-Up ikonenhafter Frauen folgen nun pigmentierte Textfragmente unbekannter Randexistenzen. Dabei vermitteln Textausschnitt und Farbgebung dem Betrachter einen tiefen Einblick in das Leben des Menschen. In den Räumen der Galerie werden neben den Portraits aufgezeichnete Videointerviews, sowie Fotografien der gegenwärtigen Lebensumstände der Männer zu sehen sein. Konnte ein Betrachter der Lipstick Portraits noch das allgegenwärtige, weil medial vermittelte, Image der gemalten Frauen im monochromen Rot  suchen, so geben ihm die Textportraits der Obdachlosen einen Einblick in das Leben eines gesellschaftlich unsichtbaren Menschen. Hierbei offenbart sich der treffende Blick des Portraitisten. Die Interviews und Fotos, welche begleitend in der Galerie gezeigt werden, ergänzen lediglich das Bild des Menschen - seinen Charakter und sozio-kulturellen Hintergrund hat Markovic in seinen Bildern intensiv eingefangen.

Der Katalog "Markovic – Transfigurative Works" erscheint im Herbst 2006.

weitere Stationen: Istanbul 2008, Moskau 2009

Homeless Berlin wird veranstaltet von der Berliner Kulturveranstaltungs-GmbH und der Galerie Kai Hilgemann,  mit freundlicher Unterstützung des Hauptstadtkulturfonds Berlin

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Tanz im August 2006

17. August bis 2. September 2006

Auch 2006 ist Tanz im August einmaliger Treffpunkt für die internationale Tanz– und Performancekunst. Zahlreiche hochkarätige Produktionen geben einen Einblick in aktuelle Tendenzen und Entwicklungen des internationalen zeitgenössischen Tanzes.

Das diesjährige Programm wird gerahmt von zwei herausragenden Produktionen aus den 90er Jahren, deren Neuinszenierung die seltene Gelegenheit eines Live-Rückblicks auf das Tanzgeschehen in einem der lebhaftesten und maßgeblichsten Jahrzehnte der neueren Tanzgeschichte erlaubt und zugleich die zeitlose Aktualität dieser Stücke deutlich macht:
Das Festival eröffnet mit SINFONIA EROICA, einer Choreografie von Michèle Anne De Mey zur Musik von Ludwig van Beethoven. Den Abschluss bilden die MOZART / CONCERT ARIAS; UN MOTO DI GIOIA von ROSAS/Anne Teresa De Keersmaeker mit dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin.

Weitere Highlights des Festivals sind die Gastspiele von Boris Charmatz / EDNA, Benoît Lachambre / par b.l.eux und der Tero Saarinen Company. Zu entdecken gibt es außerdem neue Produktionen aus Afrika, Asien und Berlin.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Solo als einem Format, das sich in ganz
besonderer Weise für radikale Experimente und intensive Bewegungsrecherchen eignet.

Neben dem Bühnenprogramm werden 2006 wieder zahlreiche weitere Veranstaltungen wie Lectures, Diskussionen, Filme, Konzerte und ein Coaching-Programm für Profis geboten. Neu eingerichtet wird eine Sommerbar im Podewils’schen Palais mit Late Night Programm.

Veranstaltungsorte sind in diesem Jahr das Hebbel am Ufer mit seinen drei
Bühnen, das Podewils’sche Palais, das Haus der Berliner Festspiele, die
Schaubühne am Lehniner Platz, die Sophiensæle, die Tanzfabrik Berlin und andere.

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Letzte Aktualisierung: 4.08.2006